Ganz Nah Dran Am Leben

13 06 2012 Happy World

Vor ziemlich genau einem Jahr war ich für eine Woche zu Gast auf Marias und Andys Kräuterbauernhof im wunderschönen Österreich. Eingeladen hatte mich Sonnentor mit Ihrer Aktion "Landluft schnuppern"- und hier könnt Ihr lesen, wie es dazu kam. Den ersten Tag habe ich bei Sonnentor im Waldviertel verbracht. Eine ganz tolle Firma mit einer großartigen Firmenkultur. Alle waren so herzlich und nett und ich bekam genausten Einblick in alle Produktprozesse. Und der supererfolgreiche Firmengründer Johannes Gutmann ist der Knaller überhaupt - genauso fun wie er auf den Fotos mit seiner roten Brille und den alten Lederhosen rüberkommt, ist er auch! Ich wünschte, ganz viele Firmen würden sich von seiner Firmenphilosophie inspirieren lassen...Hier könnt Ihr über den Tag bei Sonnentor lesen.

Damals hatte ich gerade angefangen mit dem Bloggen und hatte kaum Leser aber das hat sich DANK Euch sehr zu meiner Freude geändert! Wie schön, dass Ihr hier seid!!!

So dachte ich, Ihr hättet vielleicht auch jetzt noch Spaß an diesem Österreich Abenteuer - los geht's mit dem 2.Tag bei Maria und Andy...

Der alte Andreas hat Sorgen. "S wüll nix trinka", so der 83jährige, der sonst noch täglich auf dem Traktor sitzt, nun aber nachdenklich das wenige Tage alte Kälbchen betrachtet.

Wir sind auf Andis' Elternhof in Neudorf - gelegen im schönen Weinviertel, nicht allzuweit von Wien entfernt. Ganz herzlich haben mich Maria und Andi vor wenigen Minuten auf ihrem neuen Hof - nur ein paar Radminuten vom Elternhof entfernt - begrüßt und bewirtet. Jetzt stehen wir mitfühlend im Stall und schauen auf das nicht sehr munter wirkende Kuhkind.

"Kumm Oide", sagt Andi zur Mutterkuh und melkt ein wenig Milch ab.

Vielleicht ist zuviel Druck auf dem Euter. Der Tierarzt wird kommen müssen - wir werden sehen.....

Maria und ich schwingen uns wieder aufs Radl.

Neidisch schiele ich auf ihre Oberarmmuskeln. Ich mache mehrmals in der Woche Joga und - ich geb es ungern zu - aber unter anderem auch motiviert von dem Wunsch nach solchen Armmuskeln....

Schnell wird klar, welche Art Joga Maria betreibt. Über Feldwege führt unsere Fahrt an einem ihrer Anis Felder vorbei. "Hiermit fing alles vor über zwanzig Jahren an", beginnt sie zu erzählen. Damals hatten Maria und Andi auf Rat einer Genossenschaft das Gewürz zum ersten mal ausgesät. Als die Samen dann nach der Ernte an die Genossenschaft verkauft werden sollte, lehnte diese ab. Die Samen seien zu dunkel hieß es.

Das war die Geburtsstunde der nun schon Jahrzehnte bestehenden Partnerschaft zwischen Familie Schmidt und Sonnentor, denn Johannes Gutmann hatte die Qualität der Würzkörner sofort erkannt und die gesamte Ernte damals aufgekauft.

Zurück zu Marias Yoga-Center. Versteckt und geschützt liegt es warm und sonnig hinter einem kleinen Wäldchen. Joga Matten gab es nicht - stattdessen standen Hacken für uns bereit. Auch gab es keinen Parkettfußboden, sondern tausende von saftig grünen Rübenbüscheln.

Und dann ging es los : Vorbeugen, Tieferbeugen, Hände greifen Beikraut vom Boden, einen Schritt nach vorn. Wieder vom Anfang : Vorbeugen, Tieferbeugen, Hände greifen Beikraut, einen Schritt weiter nach vorn. usw, usw....

Wenn es gar zu arg wird, darf die Übungsreihe - die in Fachkreisen auch gern "Rübenhacken" genannt wird - durch kurzes Aufrichten und kräftiges Luftholen unterbrochen werden!

Wow - nach wenigen Minuten hatte ich mein persönliches Mantra gefunden : "Bitte laß die nächsten fünf Rüben frei von Beikraut sein, bitte laß.......".

So einfach geht das also mit der Meditation und dem Muskelaufbau ( und mit mal richtig dreckige Füße holen... :) ).

Ein Tag, ganz und gar nicht abgehoben, sondern nah und bodenständig dran am Leben, mit der herzlichen Maria und dem kernigen Andi.


Nur eins ist zu bedauern : Ich hätte doch noch mehr von den köstlichen, von der Oma handgemachten Mohnnudeln essen sollen, die es zum Mittagessen am langen Holztisch der gemütlichen Wohnküche gab.


Macht nix - Marias selbstgebackenes Nussbrot duftet schon aus dem Ofen.....

Seid Ihr gespannt, was am 3.Tag passiert?

XOXO, Anette